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Problem: Abfallende Chili-Blüten

Problem: Abfallende Chili-Blüten
Was tun, wenn die Blüten der Chilis abfallen? Es kann ab und zu passieren, dass die... mehr

Problem: Abfallende Chili-Blüten

Was tun, wenn die Blüten der Chilis abfallen?

Es kann ab und zu passieren, dass die sorgsam gehegten Chilipflanzen ihre Blüten verlieren und dann auch keine Früchte ansetzen können.
Wenn vereinzelte Blüten abfallen ist das normal, problematisch wird es erst, wenn die Pflanze viele ihrer Blüten fallen lässt. Dafür gibt es unterschiedliche Ursachen, die aber mit der richtigen Hilfe erfolgreich bewältigt werden können.

1. Ursache: keine Befruchtung

Chilipflanzen sind - wie die meisten Blütenpflanzen - einhäusig, das heißt beide Geschlechter (männlich und weiblich) befinden sich auf einer Pflanze, im Fall der Chilis sogar innerhalb einer Blüte: die männlichen Geschlechtsmerkmale sind die pollentragenden Staubblätter und die weiblichen die Stempel. Die Blüten können sich selbst befruchten oder durch Insekten (Bienen, Hummeln) bestäubt werden. Letzteres wird bei Pflanzen im Gewächshaus oder der Wohnung schon schwierig. Wenn die Blüten nicht befruchtet wurden, welken sie und fallen ab.

Hilfe: eine Befruchtung von Hand

Die künstliche Befruchtung von Hand ist eine einfache Lösung und gewährleistet zudem, dass die Sortenreinheit erhalten bleibt. Das ist vor allem für Züchter interessant oder wenn man Saatgut gewinnen will.
Dabei geht man entweder ganz einfach vor: man schüttelt die Pflanze einmal täglich vorsichtig mindestens 3 Sekunden lang am Stamm.
Oder man verwendet ganz professionell einen weichen Echthaar-Pinsel, mit dem man die Pollen von Blüte zu Blüte überträgt. Dabei sollte man, wenn man die Sortenreinheit erhalten will, für jede Sorte einen Extrapinsel verwenden. Man beginnt bei den obersten Blüten und arbeitet sich dann nach unten vor. Eventuell kann es sein, dass man zusätzlich eine Pinzette braucht um die Blütenblätter vorsichtig zu öffnen. Man streicht mit dem Pinsel die Pollen von den Staubblättern und gibt sie dann auf den Stempel der selben oder einer anderen Blüte.

Tipp: Bei einer künstlichen Befruchtung sollte die Luftfeuchtigkeit über 60 % und die Temperatur bei 20 - 28°C liegen.

2. Ursache: falscher Standort

Auch wenn die Blüten befruchtet wurden, können sie abfallen. Das kann am falschen Standort liegen:

  • -zu dunkel/schattig
  • zu kalt oder zu zugig
  • zu wenig Windbewegung
  • zu hohe Temperaturunterschiede, besonders zwischen Tag- und Nachttemperatur (nachts zu kalt)
  • Staunässe-
  • zu geringe Temperatur während der Bestäubung (< 19°C) oder zu hohe Temperaturen > 33°C (z.B. im Gewächshaus, wenn nicht ausreichend belüftet wird)

Hilfe: der richtige Standort für Chilis

Natürlich ist ein Gewächshaus der ideale Standort für Chilis. Dort gibt es nur geringe Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, allerdings muss auf eine gute Belüftung und im Sommer auf eine Beschattung geachtet werden. Eine relative Luftfeuchte von 75% ist ideal.
Aber auch im Freien ist ein erfolgreicher Chili-Anbau kein Hexenwerk, wenn man einige grundsätzliche Dinge bei der Standortwahl beachtet:

  • Auspflanzen erst nach den Eisheiligen
  • sonnig und warm: ein Platz mit mindestens 6 Stunden Sonnenlicht pro Tag und wenn möglich ohne Zugluft, optimal an einer nach Süden gelegenen Hauswand (da die Mauer dort die Wärme des Tages speichert und nachts abgibt
  • ein tiefgründiger, humusreicher Boden mit neutralem pH-Wert
  • eventuell eine Überdachung als Schutz vor kühlem Regen
  • Schutzvlies oder -folien bei kalten Nächten

Tipp: Eine Ausnahme bildet die Rocoto (Capsicum pubescens oder "Baum-Chili"). Diese braucht für einen guten Blütenansatz tiefere nächtliche Temperaturen und ist deshalb sehr gut für den Anbau im Freien und weniger im Gewächshaus geeignet.

3. Ursache: Falsche Pflege

Chilis zählen zu den Starkzehrern und brauchen eine gute Versorgung mit den richtigen Nährstoffen und eine gleichmäßige Wasserversorgung. Ursache für ein Abwerfen der Blüten können auch sein:

  • Staunässe (zuviel Wasser)
  • Wurzeltrockenheit (zu wenig Wasser)
  • Nährstoffmangel
  • Überdüngung, besonders mit Stickstoff (N)

Hilfe: passende Wasser- und Nährstoffversorgung

Ab ca. 20 cm Höhe sollten die Chilipflanzen alle 1-2 Wochen mit einem für Chilipflanzen passenden Bio-Dünger gedüngt werden. Ein Tomatendünger passt auch. Möglich ist auch die Einarbeitung von Kompost oder Hornspäne einmal monatlich in die oberste Bodenschicht. Wer keinen Dünger verwenden mag, kann auch 1-2 wöchentlich mit Brennnesseljauche gießen.

Wichtig ist, die Chilipflanzen ausreichend, aber nicht zu viel zu gießen. Der Wurzelballen sollte nie völlig austrocknen, aber die oberste Erdschicht darf ruhig mal trocken werden. Was Chilis überhaupt nicht vertragen ist Staunässe - also dauerhaft "nasse Füße". Wenn die Pflanzen nach dem Fruchtansatz etwas trockener gehalten werden, entwickeln sie mehr Schärfe.

Tipp: Mit der Gewichtsprobe merkt man am einfachsten, ob die Chili gegossen werden muss: man hebt den Topf an, fühlt er sich leicht an, dann sollte man gießen.

4. Ursache: zu früher Blütenansatz

Der zu früh erfolgte Blütenansatz ergibt sich eigentlich aus einer Kombination von falschen Standortbedingungen und falscher Pflege. Wichtigste Voraussetzung für einen reichen Blüten- und Fruchtansatz ist ein gut ausgebildetes Wurzelwerk und eine kräftige Pflanze. Das heißt, die Chili sollte in einem Topf mit mindestens 10 Liter Volumen (>27 cm Durchmesser) stehen. Hat sie nicht genug Platz für ihr Wurzelwerk oder eine schlechte Nährstoffversorgung, setzt sie bei zu kleinem Wuchs Blüten an. Stimmen die Standortbedingungen nicht (zu kühl, zu schattig), kann es sein, dass die Pflanze ihre ganze Kraft in neue Triebe und Blätter steckt, aber nicht in Blüten und Früchte.

Neben dem Schaffen von idealen Wuchsbedingungen kann man noch durch gezielten Rückschnitt dichter und unnötiger Triebe die Pflanze zum verstärkten Blühen und Fruchtansatz bewegen. Wichtig ist dabei allerdings, dass man nur ausgewachsene und kräftige Pflanzen schneidet. Dabei entfernt man nur einen Trieb pro Verzweigung und bei sehr vielen Blütenansätzen einige davon.

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