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Chili-Krankheiten

Chili-Krankheiten
Zunächst einmal: die meisten Krankheiten lassen sich durch eine gute Pflege und den richtigen... mehr

Chili-Krankheiten

Zunächst einmal: die meisten Krankheiten lassen sich durch eine gute Pflege und den richtigen Standort für die Chilipflanzen vermeiden. Verwenden Sie ein gutes, neues Substrat, das thermisch behandelt wurde, insbesondere bei Topf- und Wohnungspflanzen. Vermeiden Sie Staunässe und bieten den wärmeliebenden Pflanzen einen vollsonnigen, geschützten Platz. Außerdem gibt es nicht nur schädliche Pilze und Bakterien, sondern auch gute. Daher können Dünger mit einem Anteil an bodenverbessernden Bakterien und Mykorrhiza-Pilzen Ihre Chilis stärken und unliebsame Pilze und Bakterien verdrängen.

Falls dann doch eine Krankheit auftritt, finden Sie hier die Krankheitsbilder, sowie Schutz- und Gegenmaßnahmen:


Umfallkrankheit / Keimlingskrankheit / Damping off

Krankheitsbild: Dabei befallen (verschiedene mögliche) Pilzerreger die Keimlinge und Jungpflanzen. Befällt der Pilz die Wurzeln, welken die Keimlinge, befällt er den Stängel, fallen Sie um oder knicken ab. Oft zeigen auch schon die Keimblätter kleine runde, graue Flecken mit schwarzen Punkten.
Vorbeugende Maßnahmen: Da die Krankheit meist schon auf den Samen sitzt, hilft es diese vor dem Aussäen zu beizen (Saatgut in Kamillentee oder einem Kräutersud aus Knoblauch, Schachtelhalm, Baldrian oder Meerrettich baden). Samen nicht zu dicht pflanzen. Für gute Belüftung sorgen. Verwenden Sie eine gute, thermisch behandelte Anzuchterde.
Gegenmaßnahmen: Keine. Befallende Pflanzen mit Wurzelballen und Erde sofort entfernen, damit sich der Pilz nicht weiter ausbreitet.

Bildquelle: Wikipedia, INAKAvillage211


Anthraknose

Krankheitsbild: Anthraknose wird durch einen Pilz verursacht und befällt vor allem die Früchte. Die Krankheit ist daran zu erkennen, dass die Chilis weiche, eingefallene Stellen bekommen, die sich mit dunklen Ringen verfärben und faulen (bei Lupinen sogenannte "Brennflecken"). Die Blätter können ebenfalls betroffen sein und bilden braune, trockene Stellen und krümmen sich ein. Die Sporen dringen über Verletzungen an den Pflanzen ein.
Vorbeugende Maßnahmen: Das Pilzwachstum wird durch warm-feuchte Witterung begünstigt. Gießen Sie Ihre Pflanzen daher zeitlich so, dass sie über Nacht keine feuchten Blätter haben. Im Gewächshaus ist eine gute Belüftung hilfreich. Sorgen Sie für eine abwechslungsreiche Fruchtfolge im Garten. Da die Pilzsporen bereits mit dem Saatgut eingeschleppt werden können, ist es hilfreich, das Saatgut zu beizen.
Gegenmaßnahmen: Der Einsatz von Fungiziden ist abzuwägen, wahrscheinlich ist es besser, die betroffenen Pflanzen einfach zu entfernen und zu vernichten.


Rostpilze (Fusarium-Welke)

Krankheitsbild: Auf den Blättern bilden sich rostbraune Flecken, auf der Unterseite entstehen helle Flecken, die später dunkel werden. Das Welken der Blätter erfolgt insbesondere bei starker Einstrahlung. Nach und nach befällt der Pilz Blätter und Stängel und die Pflanze stirbt ab. Der Pilz dringt vom Boden aus in die Pflanze ein und verstopft die Leitgefäße. Man erkennt ihn auch daran, dass die Gefäße im Stängel braun verfärbt sind.
Vorbeugende Maßnahmen: Da die Fusarium-Welke vor allem in warmem Klima und bei Wohnungs- oder Gewächshauspflanzen vorkommt, sorgen Sie für eine gute Belüftung. Verwenden Sie neue, gute Erde und wenn Sie den Pilz bereits im Boden hatten, werfen Sie die alte Erde ganz weg (nicht in den Kompost).
Gegenmaßnahmen: Sind nur wenige Blätter betroffen, entfernen Sie diese (nicht in den Kompost geben!) und tauschen die Erde aus. Stark befallene Pflanzen sollten Sie ganz entfernen (samt Erdballen), damit sie die anderen Pflanzen nicht anstecken. Es gibt keine chemischen Pflanzenschutzmittel gegen diesen Pilz.

Bildquelle: Wikipedia, R.J. Reynolds Tobacco Company Slide Set


Verticillium-Welke

Krankheitsbild: Plötzlich schlaff oder welk herabhängende Blätter mitten in der Wachstumsphase, oftmals bei hohen Temperaturen und Wassermangel, was die Identifizierung nicht einfacher macht. Der Unterschied liegt darin, dass bei Trockenstress meist alle Blätter welken, bei Pilzbefall zunächst die ältesten Blätter der Pflanze, also ein schrittweises Auftreten der Welke charakteristisch ist. Bei mehrjährigen Pflanzen erkennt man die Verticillium-Welke, indem man mit einem Messer die Rinde des Gehölzes ankratzt. Wenn die längs verlaufenden Leitungsbahnen bräunlich verfärbt sind, ist die Pflanze vom Pilz befallen. Der Pilz dringt über die Wurzeln in die Pflanze ein und verstopft die Leitbahnen, allerdings breitet er sich relativ langsam aus und betrifft meist nur einzelne Blätter und Stängel. Er befällt besonders gerne Nachtschattengewächse, sowie Ahorn und Kastanie, aber auch Obstpflanzen, wie Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren.
Vorbeugende Maßnahmen: Gesunden, thermisch behandelten Boden verwenden. Im Garten Kreuzblütler (Senf, Ölrettich) in der Fruchtfolge zwischenpflanzen und unterarbeiten. Saatgut beizen (Saatgut in Kamillentee oder einem Kräutersud aus Knoblauch, Schachtelhalm, Baldrian oder Meerrettich baden). Trockenstress durch regelmäßiges Gießen vermindern, aber Staunässe vermeiden.
Gegenmaßnahmen: Einjährige Pflanzen bei Befall entfernen und mitsamt dem Boden vernichten (nicht in den Kompost geben!). Bei mehrjährigen Pflanzen muss man die Pflanze bis ins gesunde Holz zurückschneiden und alle welken Blätter entfernen und entsorgen oder verbrennen.

Bildquelle: Wikipedia, Howard F. Schwartz, Colorado State University, Bugwood.org


Echter und falscher Mehltau

Schadensbild: Mehltau kennt man eigentlich von Rosen, die Mehltaupilze befallen aber die unterschiedlichsten Pflanzen. Die Pilze überziehen die Blätter mit einem mehligen Belag und dringen in die Pflanze ein. Zu Beginn kann man den Belag noch abwischen, später sind auch Knospen, Triebspitzen und Früchte betroffen, die Blätter rollen sich ein und die Triebe verkrüppeln. Das Wachstum des echten Mehltaus wird durch trocken-warmes Wetter mit nächtlichem Tau begünstigt. Der falsche Mehltau bildet einen weißlichen Belag an der Unterseite der Blätter und bildet an der Oberseite gelbe bis rötlich-violette Flecken. Der falsche Mehltau mag feucht-kühles Wetter.
Vorbeugende Maßnahmen: Die Pflanzen nicht zu dicht setzen und nicht überdüngen (ein nitratreicher Boden begünstigt den Mehltau). Ein altes Hausmittel ist Milch. Mischen Sie 1 Teil Milch mit 9 Teilen Wasser und besprühen Sie 2-3 mal in der Woche die Pflanzen damit. Wichtig: Verwenden Sie frische Milch, und keine H-Milch! Das Lecithin der Milch hemmt den Pilz und das Natriumphosphat stärkt die Pflanze. Morgens wässern, nicht abends, damit über Nacht keine feuchten Blätter dem Pilz das Wachstum erleichtern. Manche Kräuter machen den Pilzen auch das Leben schwer: Kerbel, Schnittlauch, Basilikum und Knoblauch. Setzen Sie diese zwischen ihre Chilipflanzen. Bewährt hat sich auch das Düngen mit Pflanzenjauchen aus Knoblauch, Zwiebel, Ackerschachtelhalm, Schafgarbe und/oder Rainfarn.
Gegenmaßnahmen: Befallene Blätter entfernen und vernichten (nicht auf den Kompost geben!). Ein altes Hausmittel ist das Besprühen der Pflanzen mit einer Spritzbrühe aus Knoblauch oder Ackerschachtelhalm. In den nächsten 2 - 3 Jahren ist ein Wechsel in der Fruchtfolge sinnvoll, damit sich der Pilz im Boden zurückbildet. Verschiedene Pflanzenschutzmittel u.a. auf der Basis von Schwefel helfen auch. Hier sollten Sie aber den Nutzen genau abwägen, da oftmals Nützlinge geschädigt werden. Und ein Nützling gegen Mehltau ist z.B. der Ohrwurm, der die Mehltau-Rasen abweidet.


Tabakmosaikvirus (TMV)

Krankheitsbild: Der Tabakmosaikvirus befällt nicht nur Tabakpflanzen, sondern auch Nachtschattengewächse, darunter viele Chili- und Paprikasorten. Er ist extrem ansteckend und kann schon nach dem Berühren einer Zigarette übertragen werden. Raucher sollten sich daher immer die Hände waschen, bevor sie die Chilipflanzen anfassen. Man erkennt die Krankheit an den hellgrün-gelben Flecken auf den Blättern, die unregelmäßig und fleckig (mosaikförmig) das Blatt überziehen und später braun werden. Junge Blätter verkrüppeln und rollen sich nach oben ein. Auch die Früchte verkümmern teilweise und bekommen Flecken.
Vorbeugende Maßnahmen: resistente Züchtungen (gibt es vor allem bei Gemüsepaprika) verwenden. Bei Chili-Plantagen wird auf eine akribische Trennung der Felder zu Tabakpflanzungen gesetzt. Auch bei anderen Nachtschattengewächsen (Tomaten, Auberginen etc.) sollten Sie auf eine Resistenz achten. Gegen Blattläuse vorgehen, da diese das Virus auch übertragen können.
Gegenmaßnahmen: Die betroffenen Pflanzen sofort entfernen und vernichten (nicht in den Kompost geben!).

Bildquelle: Wikipedia, Frank Vincentz


Tabakätzvirus (TEV)

Krankheitsbild: Das Tabakätzvirus befällt viele Arten der Nachtschattengewächse, ist aber vorrangig in den USA ein Problem. Typisch für dieses Virus ist ein Gelb-Werden der Rippen und feinen Adern der Blätter, meistens beginnend an der Blattbasis um sich dann bis zur Spitze fortzusetzen. Auch die Früchte wachsen verkümmert und haben helle Stellen in Mosaikform.
Vorbeugende Maßnahmen: Da die Übertragung über Blattläuse erfolgt, ist eine Stärkung der Pflanzen und Bekämpfung von Blattläusen hilfreich. Wenn Sie die Krankheit bereits im Garten haben, kann sie durch verunreinigtes Gartengerät weiter übertragen werden. Daher sollten Sie Ihre Gartenscheren unbedingt desinfizieren.
Gegenmaßnahmen: Keine. Befallene Pflanzen sofort entfernen und vernichten oder verbrennen (nicht in den Kompost geben!).

Bildquelle: R.J. Reynolds Tobacco Company Slide Set, R.J. Reynolds Tobacco Company, Bugwood.org - Creative Commons License, licensed under a Creative Commons Attribution 3.0 License.


Kartoffel-Y-Virus - Potato Virus Y (PVY)

Krankheitsbild: Dieser Virus ist  ein weit verbreiteter Virus für Chilipflanzen, er befällt die meisten Arten der Nachtschattengewächse. Die Blätter bekommen gelbe, mosaikförmige Flecken während die Rippen grün bleiben und verwelken/vertrocknen schließlich. Im fortgeschrittenen Stadium überziehen auch die Früchte mosaikfömige Flecken. Das Fruchtwachstum ist generell reduziert.
Vorbeugende Maßnahmen: Da das Virus über Blattläuse (vorrangig die grüne Pfirsichblattlaus) übertragen wird, empfiehlt sich eine frühe Blattlausbekämpfung. Auch sollten Sie Ihre Chili-Pflanzen von Kartoffeln entfernt pflanzen, da diese die ursprünglichen Wirte des Virus sind. Wenn Sie infizierte Pflanzen mit Gartengerät berührt haben, desinfizieren Sie dieses.
Gegenmaßnahmen:  Keine. Befallene Pflanzen sofort entfernen und vernichten oder verbrennen (nicht in den Kompost geben!).

Bildquelle: Wikipedia, R.J. Reynolds Tobacco Company Slide Set


Gurkenmosaikvirus (CMV)

Krankheitsbild: Das Gurkenmosaikvirus ist eine der am meisten verbreitesten Viren, das Chilipflanzen befallen kann. Es gibt verschiedene Virus-Stämme, die etwas unterschiedliche Symptome hervorbringen, aber alle Chilis befallen können. Die Symptomatik ist stark abhängig vom Alter der Pflanze bei Ausbruch der Krankheit und ähnelt sehr stark dem Tabakmosaikvirus. Meist sind die Blätter unregelmäßig hellgrün bis gelb verfärbt und werden später ledrig mit einem stumpfen Aussehen. Auch Ringflecken sind auf meist niedrig wachsenden reifen Blättern zu finden. Oft bekommen die Blätter auch schmale Stellen.
Vorbeugende Maßnahmen: Das CMV befällt viele unterschiedliche Pflanzen, darunter sehr viele Unkräuter und wird durch Blattläuse übertragen. Halten Sie daher Ihre Chilipflanzen möglichst Unkraut- und Blattlaus-frei oder setzen Sie auf resistente Sorten.
Gegenmaßnahmen:  Keine. Befallene Pflanzen sofort entfernen und vernichten oder verbrennen (nicht in den Kompost geben!).

Bildquelle: R.J. Reynolds Tobacco Company Slide Set, R.J. Reynolds Tobacco Company, Bugwood.org

Ein weiteres aussagekräftiges Bild finden Sie unter: http://www.forestryimages.org/browse/detail.cfm?imgnum=5266084


Eine sehr ausführliche Seite (auf Englisch) aller Chili- und Paprika-Krankheiten mit Bildern finden Sie beim Chile Pepper Institute: https://cpi.nmsu.edu/diseases-disorders-insects-the-chile-pepper-institute/ und http://aces.nmsu.edu/pubs/_circulars/circ549.html

 

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