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Chili Zucht
Sinn und Zweck dieser Zuchtanleitung soll nicht sein einen wissenschaftlichen Text zu verfassen, der ihnen die exakten Bedingungen für eine perfekte Aufzucht von Chilis erläutert. Vielmehr ist es unser Anliegen ihnen die Grundlagen für eine erfolgreiche Chiliaufzucht näher zubringen und ihnen zu zeigen, dass eine erfolgreiche Chilizucht bestimmt kein Hexenwerk ist. Letztendlich sollten doch die Freude und der Spaß an der Aufzucht, die Experimente und die ersten Erfolgserlebnisse im Vordergrund stehen. In diesem Sinne wünscht ihnen das Team von Chili Food viel Spaß bei den ersten Schritten zu ihrer eigenen Chilizucht.
Vorraussetzungen für eine erfolgreiche Zucht
Damit ihrer eigenen Chili-Zucht nichts im Wege steht, sollten sie vor der Einsaat auf einige generelle Dinge achten. Um eine problemlose Aufzucht zu garantieren, sollten hierbei vor allem die deutschen Wetterverhältnisse beachtet werden. Chilis sollten hierzulande vor allem im Spätsommer oder Herbst geerntet werden. Um dies zu gewährleisten muss je nach Art bereits im Winter bzw. Frühling (ca. Ende Januar/Februar, Anfang März) mit deren Anzucht begonnen werden. Allerdings sind hier vor allem in unseren Breiten die teilweise tiefen Temperaturen und der stellenweise auftretende Bodenfrost zu berücksichtigen. Die meisten Chili-Samen benötigen Temperaturen über 20° C. Deshalb empfiehlt es sich zunächst für die ersten Wochen der Aufzucht einen warmen und geschützten Platz im Haus vorzubereiten. Dies kann in der Nähe von Heizkörpern oder auch auf Fensterbänken, die reichlich Licht und Wärme bieten, geschehen. Sollte sich die Aufzucht zulange hinziehen, so muss auch beachtet werden, dass die Pflanzen selbst ebenfalls keinen Frost vertragen und deshalb unter Umständen im Haus überwintern müssen. Hierfür ist ebenfalls ein warmer und lichtreicher Platz notwendig.
Aber auch schon die Auswahl der Samen ist eine grundlegende Vorraussetzung für das Gelingen ihre Chilizucht. Vor allem sollten sie auf gute Qualität und den Erwerb von sortenreinem Saatgut achten. Sie erhalten hochwertiges sortenreines Saatgut von einer Spezialsämerei aus Europa direkt bei uns im Shop unter www.chilifood.de ! Nur so kann garantiert werden, dass reinrassige Chilisorten geerntet werden. Das ist auch der Grund warum nur sortenreines Saatgut in Europa verkauft werden darf. Kaufen Sie also nur direkt bei Sämereien und deren Wiederverkäufern. Welche Sorte sie bevorzugen, bleibt dabei natürlich ihnen selbst überlassen.
Je nachdem wo sie ihr Saatgut bezogen haben, kann ein Keimtest Aufschluss über die Keimqualität des erworbenen Produktes geben. Unsere Samen haben eine Keimquote von ca. 95-100% ! Beim Keimtest wird der Chili Samen nicht direkt in die Erde oder das Substrat gelegt, sondern erst z. Bsp. auf etwas feuchter Watte zum keimen gebracht. Somit lassen sich nicht keimfähige Samen schnell aussortieren.
Sollten diese Vorraussetzungen erfüllt sein, steht der eigentlichen Zucht auch nichts mehr im Weg.
Zuchtanleitung
Die ersten Schritte
Grundsätzlich ist zur Chilizucht zu sagen, dass diese nicht sonderlich von der Aufzucht anderer Nachtschattengewächse (Solanaceae), wie beispielsweise der Tomate, abweicht. Nur der bereits genannte Faktor Temperatur ist hierbei immer zu beachten, da Chilis höhere Temperaturen als eben beispielsweise Tomaten benötigen.
Der Zeitpunkt der Aussaat muss sich nach der verwendeten Sorte richten. Es empfiehlt sich gerade bei Saatgut der Sorte Capsicum baccatum bereits früh, d. h. schon im Dezember mit der Aussaat zu beginnen. Auch Saat vom Typ Capsicum frutescens und Capsicum pubescens sollte schon im Januar ausgesät werden, da es sich bei diesen drei Typen um Chili-Sorten handelt, die eine lange Entwicklungszeit benötigen. Bei Capsicum annuum und Capsicum chinense verhält sich dies etwas anders, da diese Sorten eine etwas kürzere Entwicklungszeit haben und deshalb auch erst im Februar ausgesät werden können (als Stichtag kann hier durchaus der Valentinstag herhalten). Zu beachten ist bei allen Sorten jedoch immer, dass auf Grund der niedrigen Temperaturen zu dieser Zeit die Aussaat einzig bei Zimmertemperatur, also im Inneren des Hauses, geschehen darf. Wollen sie auf Nummer Sicher gehen, dann ist es auch möglich ein kleines Gewächshaus im Fachhandel zu erwerben und an einem lichtreichen und warmen Platz im Haus aufzustellen. Die Temperatur sollte dabei niemals unter 20° C sinken um somit die Anzuchtbedingungen weiter zu optimieren.
Ausgesät werden können die Samen in handelsüblichen Aussaatgefäßen oder kleinen Töpfen, die am besten mit im Gartenhandel erworbener Erde gefüllt sind (hier sollten sie auch darauf achten, dass diese Erde keimfrei, d.h. am besten sterilisiert ist und nur wenig Dünger enthält). Erde kann im Backofen bei 200 Grad innerhalb von ca. 20 Minuten von Keimen und Schädlingen befreit werden. Um die genaue Anzahl an Töpfen oder Gefäßen bestimmen zu können, sollten sie der Faustregel folgen nur ein Samenkorn pro Behältnis auszusäen. So werden sie bei einem späteren Umsetzen der Pflanzen auch nicht in Schwierigkeiten geraten. Geeignete Behältnisse sind neben Anzuchttöpfen z. Bsp. Joghurtbecher.
Je nach Saatgut variiert auch die Saattiefe. Dabei ist zu beachten, je größer die Samen, desto tiefer müssen diese eingesetzt werden. Also große Samenkörner 1 bis 1,5 cm tief, kleine Samenkörner 0,5 bis 1 cm tief einsetzen und danach mit etwas lauwarmem Wasser befeuchten. Gerade zu Beginn der Aufzucht ist wieder einmal der Faktor Temperatur entscheidend. Es hat sich gezeigt, dass je höher die Temperatur ist, die Keimdauer kürzer wird. Die Temperatur sollte dann bei 28° C bis 30° C liegen. Keine Angst jedoch, sollten sie nicht über ein Mini-Gewächshaus verfügen bzw. die Temperatur nicht regulieren können, reicht in der Regel auch normale Zimmertemperatur aus. Unter Umständen verlängert sich dann zwar die Keimzeit, die Keime nehmen allerdings keinen Schaden. Falls sie ein Minigewächshaus zur Aufzucht nutzen, sollten sie auch immer darauf achten, dass die Keimlinge genügend Sauerstoff erhalten und gegebenenfalls das Gewächshaus etwas öffnen, so dass Sauerstoff eindringen kann.
Wichtig ist auch das Saatgut immer zu befeuchten, richtig nass sollte es allerdings nicht werden! Gerade bei der Benutzung von Erde zur Aufzucht ist es wichtig, dass diese moderat befeuchtet wird und nicht im Wasser steht, da sonst die Gefahr eines Schimmelbefalls der Erde nicht auszuschließen ist. Überschüssiges Wasser in den Töpfen oder dem Gewächshaus (auch Kondenswasser) muss also unbedingt vermieden werden, um eine erfolgreiche Aufzucht zu gewährleisten. Über Art des zu verwendenden Wassers gibt es geteilte Meinungen. Einige bevorzugen destilliertes Wasser, da es weder Chlor beinhaltet, noch zu hart ist, andere wiederum schwören auf „normales“ Wasser aus der Leitung. Hier muss wohl jeder für sich selbst entscheiden und seine Erfahrungen machen.
Die ersten Erfolge
Zwischen der Aussaat und dem Aufgehen des Saatgutes verstreichen in der Regel zwischen 7 und 14 Tagen bei optimalen Rahmenbedingungen, d.h. wenn vor allem die Umgebung angenehm temperiert ist. Sollte die Temperatur eher am unteren Ende der empfohlenen Skala liegen, so können auch leicht mehrere Wochen vergehen, bis die ersten grünen Stiele und Blätter erkennbar sind und das Gärtnerherz höher schlägt. Sobald die Keimlinge sprießen ist für deren weiteres Wachstum vor allem eines wichtig: Sonnenlicht. Sie sollten also darauf achten, dass immer genügend davon auf ihre Jungpflanzen trifft. Sollte dies nicht möglich sein, so bieten sich auch spezielle Pflanzenlampen an, die im Fachhandel erhältlich sind und die Pflanzen mit genügend Ersatzlicht versorgen (hier ist eine Belichtungsdauer von 12 bis 14 Stunden täglich empfohlen).
Sind die Keimlinge erst einmal groß genug, um angefasst zu werden und haben sich bereits die ersten beiden richtigen Blattpaare herausgebildet, so ist es an der Zeit die Keimlinge in andere Gefäße umzusetzen. In der Fachsprache spricht man vom Pikieren. Es empfiehlt sich nun jede einzelne Jungpflanze in einen eigenen Topf umzusetzen. Hierbei ist jedoch Sorgfalt angesagt, da die kleinen Wurzeln der einzelnen Pflanzen auf keinen Fall verletzt werden dürfen. Die Pflanzen sollten also auf keinen Fall einfach herausgezogen werden, sondern mit angemessenen Hilfsmitteln aus der Erde befreit werden. Es bieten sich hierfür so genannte Holzpinzetten an, die im Fachhandel erhältlich sind. Dieses Problem haben Sie natürlich nicht, wenn Sie von Anfang an nur einen Samen pro Anzuchttopf verwendet haben.
In die mit Pflanzerde gefüllten Töpfe sollte ein kleines Loch gedrückt werden, in das anschließend die Jungpflanzen gesteckt werden. Füllen sie dieses dann mit etwas Erde auf und versorgen sie die Pflanzen mit ausreichend Wasser. Auch hier muss darauf geachtet werden, dass die Pflanzen niemals zu stark gegossen werden. Nun kann auch schon ab und an damit begonnen werden die Pflanzen für einige Zeit nach draußen zu stellen, um diese an das heimische Klima zu gewöhnen. Des weiteren kann nun auch schon etwas Dünger an die Pflanzen gegeben werden, um in der Phase des Wurzelwachstums dieses nachhaltig zu unterstützen. Wir haben einen speziellen Chili Dünger entwickeln lassen, der exklusiv von der Firma Chili Food vertrieben wird.
Unser Tipp: Die Dünger-Wasser Lösung mit Hilfe einer Sprühflasche direkt auf die Blätter aufbringen. Die Pflanze kann die Nährstoffe somit sofort aufnehmen und Resultate sind zeitnah sichtbar. Bei der Düngung durch das Gießwasser hingegen benötigen die Wurzeln ca. 3 Wochen zur Aufnahme der Nährstoffe.
Das Auspflanzen
Sind die Pflanzen ausreichend gewachsen und lassen die Temperaturen es zu (es darf keinen weiteren Frost mehr geben), können sie nun damit beginnen die Pflanzen in ihr endgültiges Behältnis auszupflanzen. Auch dabei ist es immer wichtig die Pflanzen nicht zu verletzen. Es ist zwar durchaus möglich die Chilis in ein Außenbeet zu versetzen, jedoch hat die Erfahrung gezeigt, dass besonders in Hinsicht auf ein späteres Überwintern der Pflanzen das Einpflanzen in größere Töpfe oder Blumenkübel praktischer ist. Diese können dann nämlich so bei den ersten neuerlichen Bodenfrösten bequem ins Hausinnere transportiert werden. Hier müssen sie dann nur noch darauf achten, dass die neuen Gefäße den Pflanzen genügend Freiraum für ein gesundes Wurzelwachstum bieten, also auf keinen Fall zu kleine Gefäße wählen. Die gewählten Töpfe oder Blumenkübel einfach mit etwas Granulat auslegen, danach die Blumenerde in die Gefäße geben und die Jungpflanzen mit samt der Erde aus den alten Töpfen hier einbetten und mit etwas neuer Blumenerde bedecken. Gegebenenfalls sollten sie noch etwas düngen und natürlich das Bewässern nicht vergessen. Es bietet sich an einen sonnigen und windgeschützten Platz für ihre Chilis zu wählen. Hier empfiehlt sich die Nähe zu Hauswänden. Sollten sie als Platz den Balkon wählen, so können sie sich auch aus etwas Folie einen kleinen Windschutz basteln, um das Wachstum der Chilis sicherzustellen. Die Chilipflanzen vertragen durchaus direktes Sonnenlicht und sollten auch mindestens die Hälfte des Tages welches erhalten. Wichtig ist hier nur, dass die Pflanzen dabei nicht völlig austrocknen. Deshalb ab und zu gießen und immer dafür sorgen, dass das überschüssige Wasser ablaufen kann.
Die Ernte
Je nach verwendeter Sorte können die Pflanzen bei guten klimatischen Verhältnissen enorme Höhen erreichen. Um dies zu verhindern wird empfohlen ab einer Höhe von ca. 30 cm die Spitzen über den Blattverzweigungen abzuschneiden. So wird zwar ein starkes Höhenwachstum vermieden, gleichzeitig aber die spätere Ernte sogar umfangreicher ausfallen. Je buschiger eine Pflanze, desto besser.
Um ein optimales Ergebnis, also einen guten Geschmack und eine intensive Schärfe zu erhalten, sollten sie die Schoten erst dann ernten, wenn sie die optimale Erntefarbe erreicht haben. Diese Farbe kann von Sorte zu Sorte unterschiedlich sein, von rot über gelb bis hin zu schwarz. Wichtig hierbei ist herauszufinden, welches die optimale Erntefarbe ihrer Chilisorte ist. Grün ist es auf jeden Fall nicht, da grüne Chilis niemals reif sind! Berücksichtigen sollten sie hier auch, dass die Chilis unterschiedliche Reifezeiten aufweisen können. Das soll heißen, dass es durchaus möglich ist, dass manche Sorten erst spät ihre optimale Reifefarbe erhalten. Es empfiehlt sich jedoch durchaus darauf zu warten, auch wenn sie unter Umständen dafür die Pflanzen ins Hausinnere bringen müssen und bereits der erste Schnee draußen fällt. Denken sie bei mehrjährigen Sorten stets daran, dass je mehr Schoten sie ernten, desto mehr wachsen in der Regel auch nach!
Bei einigen mehrjährigen Sorten wie die Serrano Chili lohnt das Überwintern jedoch nicht, da die Pflanzen schnell wachsen und einen hohen Ertrag haben.
Nun sollte dem Genuss ihrer ersten eigens gezüchteten Chilis nichts mehr im Wege stehen! Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren und hoffentlich scharfe Zeiten!

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